Tonholz im Fokus - Fichte

Steht man vor dem Kauf einer neuen Akustik-Gitarre und liest sich in die Beschreibungen der Instrumente ein, die in die engere Auswahl gefallen sind, so fällt auf, dass je nach Hersteller und Modellen verschiedene Fichten-Arten angeboten werden. So trifft man beispielsweise auf Namen wie Sitka-, Engelmann-, europ. Alpen-, Lutz-, Carpaten- oder Adirondack-Fichte. Ich möchte in diesem Blog etwas näher auf 4 der meist verwendeten Fichtenarten eingehen und deren klangliche, physikalische und spieltechnische Eigenschaften unter die Lupe nehmen.

1. Sitka Fichte

Sitka ist nun schon seit vielen Jahren die am häufigsten genutzte Fichtenart bei Akustikgitarren. Dieses Holz weißt eine sehr hohe Steifigkeit in Relation zu ihrem Gewicht auf. Außerdem erreicht man mit der Sitka Fichte eine unheimlich schnelle Ansprache. Der tonale Charakter ist grundtöniger, als bei anderen Fichtenarten. Das bedeutet der Ton ist klar, fokusiert und laut. Damit werden die Bedürfnisse und Geschmäcker der meisten Musiker gedeckt. Die hohe Verfügbarkeit des Holzes trägt ebenfalls zur starken Präsenz im Instrumentenbau bei. Sitka Fichte trifft man sowohl in der Einstiegs-, als auch in der Premiumklasse an. All diese Eigenschaften machen aus der Sitka Fichte einen echten Allrounder!

2. Engelmann Fichte

Die Engelmann Fichte ist fast weiß, meist sehr feinjährig und wächst entlang der Rocky Mountains. Sie ist außerdem weicher als Sitka Fichte. Der Ton bewegt sich durch die weichere Holzstruktur nicht ganz so schnell. Der Klang einer Engelmann Fichte ist Warm, ausgewogen und erzeugt funkelnde Obertöne. Diese Fichtenart bedient klanglich ein spezielleres Klientel, welches diesen etwas zurückhaltenten, feinen und komplexen Ton sucht. 

3. Europäische Alpenfichte

Europäische Alpenfichte schließt, wie der Name schon verrät, die in den europäischen Hochalpen gewachsene Fichte ein. Um dies für den Kenner noch einmal zu spezifizieren, wird häufig noch das Herkunftsland wie die Schweiz, Italian oder Deutschland genannt. Allerdings sind diese Unterschiede marginal. So lässt sich allgemein über die Alpenfichte sagen, dass sie optisch und klanglich nahe mit der Engelmann Fichte verwandt ist, dabei aber eine höhere Steifigkeit aufweist. Also kombiniert diese Fichtenart die klanglichen Eigenschaften von Sitka und Engelmann Fichte. Der Ton ist laut, leicht in der Ansprache, ausgewogen und komplex. In sehr guter Qualität findet man Alpenfichte meist auf High-End Gitarren.

4. Adirondack Fichte

Durch die starke Nutzung in der Industrie sind die Bestände der Adirondack Fichte stark geschrumpft. Schon seit einigen Jahrzehnten wird dieses Tonholz nur noch High-End Gitarren als Deckenholz verwendet. In entsprechender Qualität ist das Holz recht teuer in der Anschaffung. Adirondack Fichte vereint die besten Eigenschaften aller anderen Fichtenarten und ist damit für den Kenner die erste Wahl als Deckenholz. Seine extrem hohe Steifigkeit, das leichte Gewicht und der unheimlich komplexe Ton erfüllen alle Wünsche des anspruchsvollen Gitarristen. 

 

 

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